Ein Drittel der Top-Entscheider der Medienbranche gibt an, dass die Gesamt-Anzahl der Abonnenten (Print + E-Paper + Paid-Content) bereits wieder wächst. Ein weiteres Drittel erwartet dieses Wachstum ab dem Jahr 2027. So lautet eine der wichtigsten Erkenntnisse der diesjährigen BDZV/SCHICKLER Trendumfrage.

Bereits zum 8. Mal haben der BDZV und SCHICKLER gemeinsam die wichtigsten Trends der Digitalpublisher- und Zeitungsbranche ermittelt –
hier sind die drei Top-Trends für 2022:

  • Personalisierung als Booster für Paid-Content
  • Produkte für alle Zielgruppen
  • Neue Kompetenzfelder für die digitale Transformation

 

TREND 2022: Personalisierung als Booster für Paid-Content

Personalisierung wird von deutlich mehr als der Hälfte der Teilnehmenden als Thema mit hoher bis sehr hoher Relevanz für die Zukunft eingeschätzt, mit stark steigender Tendenz. Dabei ist die Zeitungsbranche mit dem Trend in guter Gesellschaft, denn Unternehmen wie Netflix oder Amazon machen es seit Jahren vor, wie Personalisierung funktioniert. Die Verlage und Digitalpublisher planen, Personalisierung bei einer Vielzahl von Anwendungsfällen wie Artikelempfehlungen und redaktionellen Newslettern in den nächsten drei Jahren einzuführen. Wichtig in diesem Zusammenhang ist zu verstehen, dass die Branche auf eine teilweise Personalisierung setzt. Es wird immer Inhalte geben, die aufgrund der Relevanz für alle Nutzer zu lesen sind und man wird nicht Gefahr laufen in eine eigene „Filter-Bubble“ zu rutschen.

 

TREND 2022: Produkte für alle Zielgruppen:

Eine weit verbreitete Annahme: viele Verlage erreichen mit ihren Produkten vornehmlich ältere Zielgruppen. Mit der Trendumfrage können wir ein anderes Bild zeichnen. Dadurch, dass Verlage heute deutlich stärker auf ein breites Produktportfolio setzten, erreichen sie auch mehr Zielgruppen. Mit dem E-Paper kann bereits die Alterskohorte um die 60 Jahre erreicht werden, während Online vor allem die Nutzer um die 40 Jahre und Podcast die 30-jährigen erreicht. Das Erreichen der Zielgruppen ist vor allem von dem Ausgabekanal abhängig und nicht von den Inhalten, denn diese unterscheiden sich oft kaum zwischen den Kanälen. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass die Branche relevante Inhalte für alle Altersklassen produziert.

 

TREND 2022: Neue Kompetenzfelder für die digitale Transformation:

Verlage benötigen neue Kompetenzen, wenn sie digitale Produkte und Personalisierung aufbauen wollen. Wir erleben aktuell die Entwicklung, dass die Medienbranche immer stärker auf Daten-Kompetenz als einer der Kernkompetenzen setzt. Dabei beabsichtigt der Großteil (62%) der Verlage Kompetenzen rund um das Thema Datenanalyse intern aufzubauen. Dieser Trend zeigt sich vor allem in der Redaktion. Die Teilnehmer geben an, dass in 10 Jahren 78% der Redakteurinnen und Redakteure hauptsächlich mit einem Fokus auf Digital arbeiten werden.

 

Zusammenfassend halten wir die folgenden Erkenntnisse aus den Trends fest:

  • Personalisierung ist Kerntreiber der digitalen Produkte
  • Verlage erreichen jede Altersgruppe – der Ausgabekanal zählt
  • Beherrschung von Daten wird zur Kernkompetenz

 

Weitere Erkenntnisse aus der Umfrage

Neben den drei Top-Trends haben wir viele weitere spannende Erkenntnisse gewonnen:

  • Die Branchenvertreter erwarten, dass Digital-Produkte sukzessive einen größeren Anteil zum Unternehmensergebnis beitragen werden und dass im Jahr 2032 ein Großteil des Unternehmensergebnisses von Digital-Produkten kommen wird.
  • Der Wechsel von Print-Produkten als stärkster Umsatztreiber hin zu Digital-Produkten wird voraussichtlich zwischen 2027 und 2032 geschehen.
  • Bereits um das Jahr 2026 herum erwartet die Branche, dass Digitalerlöse die Rückgänge der Printerlöse kompensieren werden.

Nach Jahren der rückläufigen Entwicklung gibt es also wieder viel Zuversicht für die Zukunft in der Branche!

Wir bedanken uns für die rege Teilnahme und stehen für Rückfragen zur Verfügung. Die Präsentation zur Trendumfrage können Sie hier herunterladen.

Autor: Felix Trumm, Senior Berater SCHICKLER

E-Mail: f.trumm@schickler.de