Die Teilnahme am NOVA Innovationsaward steht bereits zu Jahresanfang in vielen Kalendern regionaler Verlagshäuser. Der Preis bietet disruptiven Ideen nicht nur Bühne und Audienz, sondern gilt auch als maßgebliches Innovationsbarometer der Branche. Denn das Kerngeschäft der Branche bröckelt seit Jahren und entwickelt einen Bedarf an neuen Ansätzen und frischen Ideen. Gemeinsam möchten sich die Teilnehmer des NOVA Innovationsawards gegen diesen wankenden Markt und internationalen Substituten mit Kreativität, Erfindergeist und out-of-the-Box Methoden behaupten.

Jedes Jahr werden die drei herausragendsten und wegweisendsten Ideen im Bereich „Produktinnovation“, „Vermarktungsinnovation“ und „Neue Geschäftsfelder“ prämiert. Wir von SCHICKLER sind der Meinung, dass die Personen dahinter noch viel stärker zu Wort kommen müssen. Daher haben wir in einem Kurzinterview-Format die diesjährigen Gewinner des Hamburger Abendblatts, Schwäbisch Media und OBCC/Parzeller Verlag gefragt, wie die jeweiligen Innovationen entstanden sind, umgesetzt wurden und in Zukunft funktionieren sollen. Die Antworten der Gewinner der Kategorie Produktinnovation finden Sie hier:

Zum gemeinsamen Interview stand uns Lars Haider, Chefredakteur des Hamburger Abendblatts zur Verfügung.

SCHICKLER: Bitte beschreiben Sie Ihre Innovation kurz in eigenen Worten:

Haider: Das Hamburger Abendblatt hat innerhalb eines Jahres zehn Podcasts entwickelt. Die Ideen dahinter: Wenn Hören das neue Lesen ist, sind Podcasts die neuen Zeitungen. Wie ist die Idee zu dieser Innovation entstanden? Ganz einfach: Aus dem eigenen Nutzerverhalten… Und aus drei Fragen: Wie können wir Menschen erreichen, die lieber hören als lesen? Wie führen wir jüngere Zielgruppen ans Hamburger Abendblatt heran? Wie schaffen wir neue Werbeumfelder?

SCHICKLER: Was sind die bislang größten Erfolge Ihrer Einreichung? Gibt es nennenswerte Kennzahlen?

Haider: Wir erreichen mit unseren Podcasts inzwischen Hunderttausende Hörer. Wir erzielen Werbeerlöse im sechsstelligen Bereich. Wir haben eine eigene Podcast-Veranstaltungsreihe: zu drei Aufzeichnungen unseres Podcasts „Entscheider treffen Haider“ kamen insgesamt 1000 Menschen (und
zahlten jeweils 26 Euro Eintritt).

SCHICKLER: Worin unterscheidet sich die redaktionelle Erarbeitung eines Podcasts von der Erstellung eines Beitrags für die Print-Ausgabe?

Haider: Die Vorbereitung ist ähnlich, am Ende geht es ja hier wie dort um Gespräche/Interviews. Heißt: Man muss sich vorher genau über seine Gesprächspartner informieren, recherchieren, etc.

SCHICKLER: Wo sehen Sie die Zukunft der audiogetriebenen Nachrichtenformate?

Haider: Die Zahl der Podcast-Nutzer hat sich in einem Jahr verdoppelt, das sagt schon viel. Ich glaube, dass wir gerade das erste große Audio-Jahr erleben, und dass in diesem Bereich noch sehr viel möglich ist. Man muss nur Geduld haben.

SCHICKLER: Welche Schwierigkeiten gab es bei der Entwicklung und der Umsetzung des PodcastFormats? Wie haben Sie diese gemeistert?

Haider: Es gab vor allem eine Schwierigkeit: Kollegen von einem Medium zu überzeugen, das noch sehr neu ist – zum Glück ist das schnell gelungen.

SCHICKLER: Wie geht’s mit Ihrem Projekt nun weiter?

Haider: Wir entwickeln momentan weitere Podcasts: Ein Wein-Podcast („Vier Flaschen“) geht im November online, ein Sexual-Therapie-Podcast voraussichtlich im Dezember, der „Wissenschaft-trifftWirklichkeit“-Podcast Anfang 2020. Das Podcast-Studio wird vergrößert/verschönert und soll künftig auch von anderen Funke-Redaktionen genutzt werden.

SCHICKLER bedankt sich für die Teilnahme am NOVA Innovationsaward 2019 und für das aufschlussreiche Interview und wünscht dem Hamburger Abendblatt weiterhin viele Erfolge mit dieser Innovation!

Foto: © Hamburger Abendblatt